Cover: Das Gewicht unserer Körper
Bianca-Karla Itariu
Das Gewicht unserer Körper
- über Bodyshaming in der Medizin - und warum Mitgefühl und Respekt wichtiger sind als Abnehmtipps
ISBN: 978-3-709-98236-5
264 Seiten | € 19.90
Buch [Gebundenes Buch]
Erscheinungsdatum:
02.10.2025
Sonstiges
Bianca-Karla Itariu

Das Gewicht unserer Körper

über Bodyshaming in der Medizin - und warum Mitgefühl und Respekt wichtiger sind als Abnehmtipps

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Einfach zu dick?

Fettfeindlichkeit als daily business
Faul, schwach, undiszipliniert - das sind nur einige der gängigen Vorurteile gegenüber mehrgewichtigen Menschen. Fettfeindlichkeit gehört zu ihrem Alltag. Dicke Personen haben es in allen Lebensbereichen schwerer: im Beruf, in Beziehungen, in der Freizeit. Unsere Welt ist für diejenigen gestaltet, die der vermeintlichen Norm entsprechen. Wie unsere Gesellschaft tickt, zeigt sich auch in der Gesundheitsversorgung. Dicke Patient*innen werden stigmatisiert und nicht ausreichend behandelt. Die Autorinnen Dr. Johanna Maria Brix und Dr. Bianca-Karla Itariu erklären: Wir müssen in einem wertschätzenden und offenen Rahmen über die Vielfalt dicker Körperbilder reden und Körperformen als einen wertfreien Einblick in das Menschsein selbst betrachten.

Über Bodyshaming, die historische Entwicklung von Körperidealen und eine notwendige Revolution des Gesundheitssystems
Wenn mehrgewichtige Patient*innen mit einer Axt im Kopf zu Ärzt*innen kämen, hieße es, sie sollten zuerst abnehmen, dann ginge es ihnen besser - so die beiden Autorinnen und Expertinnen auf dem Gebiet Adipositas. Doch worauf basiert diese Dickfeindlichkeit, die unsere Gesellschaft prägt und bis in die Arztzimmer und Krankenhäuser reicht? Und wie hängt sie mit Misogynie zusammen? Brix und Itariu blicken zurück auf die historischen Entwicklungen zu Körperformen und -idealen, und sie plädieren für eine gesunde Auseinandersetzung mit Gewicht und Krankheit.

Weshalb Diskriminierung in der Medizin uns alle betrifft
Die Autorinnen und Ärztinnen kämpfen für geeignete medizinische Behandlungen, für Anerkennung und die Zerschlagung von Fettfeindlichkeit. Für einen würdevollen Umgang, der einer humanistisch-solidarischen Gesellschaft angemessen ist. Sie beschreiben Lösungswege, Ideen zur Veränderung und Visionen, machen deutlich, warum Respekt und Mitgefühl wichtiger sind als Abnehmtipps. Denn: Ein Gesundheitssystem in Sozialstaaten darf kein Gesundheitssystem sein, in dem mehrgewichtige Personen, Frauen oder auch arme Menschen ausgeschlossen werden. Dieses Buch ist eine feministische Streitschrift, die besagt: Schluss mit der Tabuzone Fett!

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Postleitzahl
Veröffentlichung:02.10.2025
Höhe/Breite/GewichtH 20,5 cm / B 12,5 cm / 340 g
Seiten264
Art des MediumsBuch [Gebundenes Buch]
Preis DEEUR 19.90
Preis ATEUR 19.90
Auflage1. Auflage
ISBN-13978-3-709-98236-5
ISBN-103709982367
EAN/ISBN

Über den Autor

Priv.-Doz. Dr. Johanna Maria Brix ist Fachärztin für Innere Medizin und arbeitet als Oberärztin an der ersten Medizinischen Abteilung mit Endokrinologie, Diabetologie und Nephrologie der Klinik Landstraße. Sie ist Präsidentin der Österreichischen Adipositas Gesellschaft, Leiterin der Adipositas-Akademie und hat eine Lehrtätigkeit an der Medizinischen Universität in Wien. Im September 2025 erscheint in Zusammenarbeit mit Dr. Bianca-Karla Itariu, PhD die Publikation „Das Gewicht unserer Körper“ bei Haymon.

Dr. Bianca-Karla Itariu, PhD hat ihre Ausbildung zur Fachärztin für Innere Medizin, Zusatzfach Endokrinologie und Stoffwechselerkrankungen, an der Medizinischen Universität Wien absolviert. Bis März 2023 leitete sie die internistische Adipositas Ambulanz am Wiener Allgemeinen Krankenhaus. Sie ist Autorin zahlreicher Publikationen zum Thema Adipositas und ist Vorstandsmitglied der Österreichischen Adipositas Gesellschaft. Im September 2025 erscheint in Zusammenarbeit mit Priv.-Doz. Dr. Johanna Brix die Publikation „Das Gewicht unserer Körper“ bei Haymon.

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1 Kommentar zu diesem Buch

5/528.01.2026 - 19:25 Uhr

Lest dieses Buch!

Mehrgewichtige werden mit Spott und Häme überzogen, beleidigt, nicht ernst genommen, sowie, und das ist fast das schlimmste, sogar von der Medizin diskriminiert. Die Autorinnen, Adipositasspezialistinnen, haben es sich zur Aufgabe gemacht, dem entgegenzusteuern, so soll auch dieses Buch aufzeigen, einordnen und sichtbarmachen, vor allem auch medizinisches Personal jedweder Art und Entscheidungsträger:innen zum Umdenken anregen.

Die Autorinnen sind aus Österreich und sprechen hier für das österreichische Gesundheitswesen, aber, soweit ich das sehe und recherchiert habe, kann man das im wesentlichen auch auf Deutschland übertragen. Alles andere ist sowieso leider nicht auf ein Land begrenzt.

Sehr gut hat mir der Einstieg gefallen, hier geht es unter anderem um die Venus von Willendorf und die Deutungen ihrer Darstellung. Jede:r von uns hat sicher zumindest einmal ein Bild von ihr gesehen, und vielleicht auch über sie nachgedacht. Für ein Buch dieses Themas ist das ein würdiger Einstieg, der direkt die Richtung vorgibt.

Die beiden Autorinnen sprechen aus ihrer eigenen Erfahrung, bringen Beispiele an, aber zitieren auch Quellen. Sie berichten von Therapien und Medikamenten, aber auch von Hindernissen, die Mehrgewichtigen immer wieder in den Weg gelegt werden. Sie stellen klar, dass man immer auch die Hintergründe der einzelnen Person sehen muss, und dass Beleidigungen und Nichternstnehmen schwerwiegende negative Konsequenzen haben können.

Wenn zum Beispiel nicht auf das Problem eingegangen wird, weswegen jemand in die ärztliche Sprechstunde kommt, sondern als allererstes das Gewicht angesprochen wird, egal, ob es überhaupt der Auslöser des Problems sein könnte, ist das für den:die Patient:in unter Umständen lebensgefährlich, denn es fehlt an adäquater Behandlung und es kann dazu führen, dass keine Praxis mehr aufgesucht wird.

Und selbst, wenn auf das Problem eingegangen wird, kann es sein, dass die Therapie nicht auf eine:n mehrgewichtige:n Patient:in angepasst ist. Oder, dass diese gar von der Krankenkasse als Lifestyle-Therapie angesehen und nicht übernommen wird. Was das mit Menschen macht, die solche Kosten nicht übernehmen können, kann man sich denken.

Übrigens ist lange nicht jeder übergewichtige Mensch krank oder unsportlich, und nicht jeder nichtmehrgewichtige Mensch gesund oder sportlich. Das ist ein rein gesellschaftliches Konstrukt, dass zum Beispiel Gesundheit am Gewicht abzulesen ist, leider scheinen darauf auch nicht wenige aus dem medizinischen Bereich hereinzufallen.

Ich würde mir wünschen, dass viele dieses Buch in die Hand nehmen und ihre eigene Einstellung zum Thema überdenken. Vielleicht bringt ja sogar meine Rezension schon manche:n zum Nachdenken. Für alle mehrgewichtigen Menschen wünsche ich mir, dass sie ernst genommen werden, egal in welchem Zusammenhang, und dass sie die Hilfe erhalten, die sie brauchen. Also: Lest dieses Buch!

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